Markisen sind weit mehr als reine Sonnenschutzsysteme. Sie verwandeln Balkon, Terrasse oder Garten in gemütliche Wohlfühloasen, schaffen Schatten, schützen Möbel und Pflanzen vor schädlicher UV-Strahlung und steigern den Komfort im Außenbereich. Wer jedoch in einer Region lebt, in der regelmäßig starker Wind oder Böen auftreten, muss bei der Auswahl besonders vorsichtig sein. Nicht alle Markisenarten halten starken Wind gleich gut aus, und die falsche Wahl kann schnell zu Beschädigungen an der Markise selbst, an der Hausfassade oder an Gartenmöbeln führen. Daher ist es wichtig, die unterschiedlichen Markisenarten, ihre Bauweise, Materialien und Stabilitätsfaktoren genau zu kennen, bevor man eine Entscheidung trifft.
Gelenkarmmarkisen: Flexibel und platzsparend, aber windempfindlich
Gelenkarmmarkisen gehören zu den am häufigsten eingesetzten Markisenarten für Balkone und kleinere Terrassen. Sie bestehen aus einem Markisentuch, das an ausfahrbaren Gelenkarmen befestigt ist und sich bei Bedarf weit ausfahren lässt. Besonders für kleine Balkone oder Flächen mit begrenztem Platzangebot sind diese Markisen ideal, da sie eingefahren kaum Platz beanspruchen und optisch unauffällig sind. Ihre Bauweise macht sie jedoch windempfindlicher: Durch die frei hängenden Gelenkarme und das relativ leichte Tuch kann es bei stärkerem Wind leicht flattern, wodurch nicht nur das Tuch verschleißt, sondern auch die Gelenke stark belastet werden.
Die meisten Standard-Gelenkarmmarkisen sind auf moderate Windgeschwindigkeiten von etwa 35 bis 40 km/h ausgelegt. Das bedeutet, dass sie bei stärkeren Böen unbedingt eingefahren werden müssen, um Schäden zu vermeiden. Einige Hersteller bieten bereits Modelle mit verstärkten Armen oder speziellen Stabilisierungssystemen an, die die Belastbarkeit leicht erhöhen. Ergänzend dazu können Wind- und Sonnensensoren installiert werden, die die Markise bei überschrittener Windgeschwindigkeit automatisch einfahren, sodass die Konstruktion auch bei plötzlich auftretenden Böen geschützt bleibt. Gelenkarmmarkisen sind also flexibel und praktisch, jedoch nur bedingt für sehr windige Standorte geeignet.
Kassettenmarkisen: Schutz für Tuch und Mechanik
Kassettenmarkisen sind eine Weiterentwicklung der klassischen Gelenkarmmarkise und bieten deutliche Vorteile in Bezug auf Stabilität und Schutz. Das ausgefahrene Tuch wird beim Einfahren in einer stabilen Kassette untergebracht, wodurch es vor Regen, Schmutz und UV-Strahlung geschützt ist. Dies verlängert die Lebensdauer des Tuchs erheblich und reduziert den Wartungsaufwand. Durch verstärkte Gelenkarme und stabilere Rahmenprofile ist die gesamte Konstruktion robuster und widerstandsfähiger gegenüber Wind.
Hochwertige Kassettenmarkisen sind oft für Windgeschwindigkeiten bis 40 bis 50 km/h ausgelegt, wobei die tatsächliche Belastbarkeit auch von der Größe der Markise und der fachgerechten Montage abhängt. Besonders bei größeren Ausführungen ist es wichtig, das Tuch gleichmäßig zu spannen und eventuell zusätzliche Querträger zu installieren, um Durchbiegungen zu vermeiden. Kassettenmarkisen verbinden also die Vorteile von Schutz, Stabilität und Ästhetik und sind eine gute Wahl für Terrassen, die sowohl optisch ansprechend als auch funktional robust sein sollen.
Pergolamarkisen: Ideal für windige Standorte und große Flächen
Für windanfällige Standorte und größere Flächen sind Pergolamarkisen die erste Wahl. Sie laufen auf seitlichen Führungsschienen, die das Tuch fest spannen und verhindern, dass es bei Böen flattert oder sich verschiebt. Diese Führungsschienen wirken wie ein zusätzlicher Rahmen, der das Tuch straff hält und die Konstruktion stabilisiert. Die Pergolamarkise kann so selbst bei Windgeschwindigkeiten von 50 bis 70 km/h sicher genutzt werden, abhängig von Herstellerangaben, Material und Montage.
Zusätzlich sind Pergolamarkisen für große Spannweiten geeignet, ohne dass zusätzliche Stützen den Bewegungsradius einschränken. Sie können optisch ansprechend gestaltet werden, um sich harmonisch in den Garten oder die Terrasse einzufügen, und lassen sich durch Wind- und Regensensoren automatisieren. Auf diese Weise wird die Markise automatisch eingefahren, sobald kritische Wetterbedingungen eintreten. Pergolamarkisen sind somit die perfekte Lösung für alle, die eine stabile, langlebige und zugleich flexible Beschattung für große Terrassen oder exponierte Balkone suchen.
Materialwahl und Montage sind entscheidend für die Windfestigkeit
Neben der Wahl der Markisenart spielt das Material eine zentrale Rolle. Aluminium- oder Stahlkonstruktionen bieten deutlich höhere Stabilität als Holz- oder Kunststoffrahmen. Sie verformen sich bei Wind nicht so leicht, sind langlebig und können selbst große Tücher zuverlässig tragen. Auch die Stoffwahl beeinflusst die Stabilität: Dicke, wetterfeste Tücher mit verstärkten Kanten widerstehen Böen besser, während dünne oder stark ausgeleierte Stoffe leichter flattern.
Ebenso entscheidend ist die Montage. Eine Markise, die fachgerecht an einer tragfähigen Wand oder Decke befestigt ist, hält Wind deutlich besser aus als eine unzureichend verankerte Konstruktion. Bei freistehenden Markisen sollte man zudem auf zusätzliche Stabilisierung wie Diagonalstreben oder Bodenanker achten. Auch der Standort spielt eine Rolle: Windkanäle zwischen Häusern oder exponierte Balkone erhöhen die Belastung, sodass hier nur die stabilsten Markisenarten infrage kommen.
Fazit zum Thema: Welche Markise hält starken Wind aus?
Nicht jede Markise ist gleichermaßen für windige Standorte geeignet. Gelenkarmmarkisen sind flexibel und platzsparend, eignen sich jedoch nur für moderate Windverhältnisse und müssen bei starken Böen eingefahren werden. Kassettenmarkisen bieten mehr Stabilität, Schutz für Tuch und Mechanik und können Windgeschwindigkeiten bis 50 km/h abfedern. Für große Flächen oder exponierte Terrassen sind Pergolamarkisen die beste Wahl, da sie durch seitliche Führungsschienen, robuste Rahmenprofile und optionale Sensorsteuerung auch bei starkem Wind zuverlässig bestehen. Wer zusätzlich auf hochwertige Materialien, fachgerechte Montage und Automatisierung setzt, kann selbst bei widrigen Wetterbedingungen den Außenbereich sicher nutzen und die Lebensdauer der Markise deutlich erhöhen.

